© by Lizzard 2003

19.05.2007

Hochzeitsgeschichte, geschrieben von Claudia!            Bilder!

Eine nicht alltägliche Hochzeitsfeier in der "Partyscheune" Scheider Mühle Solingen oder "Der Tag der unser Leben veränderte" oder Vereinstreffen europäischer Hooligans"

Act I

Unsere eigentliche Party sollte ab 17:00 Uhr in der angemieteten Partyscheune des Restaurants Scheider Mühle stattfinden. "Faire" Preise und ein gediegenes Ambiente sollte uns einen unvergesslichen Tag sichern.

Ein abgeschlossener Vertrag indem unsere Band mit 5 Personen dokumentiert war und der Hinweis auf die Darbietung einer Rockband, keine Nachbarn in der Nähe der Partyscheune, nun konnte nichts mehr schiefgehen....!!!!

Guter Dinge, machten wir auf den Weg zur Partyscheune um die ersten Gäste zu begrüßen. Die Getränke flossen reichlich, das Personal wieselte noch aufmerksam herum und erledigte seinen eigentlichen Job. Wir feierten extra um 17:00 Uhr um auch Eltern mit Kindern die Teilnahme zu ermöglichen.

Leider(das Wort wird noch oft auftauchen) war die zugesagte Spielwiese hinter der Scheune nicht gemäht. Die Kinder nahmen Steinchen von der Baustelle und malten auf dem Pflaster herum um sich die Zeit zu vertreiben.

Unsere sehr aufmerksame Vermieterin, hielt dem Vater der Kinder, ohne Sich mit langen Vorreden aufzuhalten, einen Besen und Kehricht hin damit dieser den "Dreck" seiner Kinder beseitigen konnte. Nette Geste, da es für Kinder keine Ausweichmöglichkeit gab. Kinder unerwünscht.

Gott sei Dank konnten wir die ersten Stunden genießen, so wie es sich gehört.

Um 19:00 Uhr wurde das Buffet eröffnet, dann eine wunderschöne Darbietung meiner Cousinen.

Act II

Der Höhepunkt der Party kam immer näher. Kurz nach 21:00 Uhr haute unsere engagierte Band REAL DEAL in die Seiten! Schnelle Gitarrenklänge und die unvergleichliche Stimme des Sängers füllte die Partyscheune!

Aber nicht lange.............................................

Hier nun die Aufzeichnung die ich 2 Tage später nach der Party niedergeschrieben habe, die ungeschminkte Wahrheit (war das nicht Bohlen?)

damit mir keine Übertreibungen oder erfundene Geschichten unterstellt werden, hier das harte reale Leben an einem sonnigen Hochzeitstag:

ca. 21:00 Band begann zu spielen.

ca. 21:10 Vermieterin sprach mich an und verlangte drohend und äußerst ungehalten und aggressiv, dass die Band sofort leise spielt, Nachbarn? (Scheider Mühle ist keine Wohngegend und auch kein Haus in Sichtweite) hätten angerufen und wollten die Polizei informieren oder sie würde die Polizei holen, da sie sonst ihre Konzession verlieren würde.

Vermieterin informiert, dass die Band leiser spielen wird, es ihr aber freigestellt sei die Polizei zu holen, da vor 22:00 Uhr. Meinem Mann Bescheid gesagt, Band spielte um einiges leiser. In der Scheune konnte man sich trotz Live-Musik unterhalten, direkt vor der Türe konnte man sich in normaler Lautstärke unterhalten, es war eine normale Unterhaltung möglich. lt. Gäste und meiner eigenen Empfindung. Alle Türen der Party-Scheune waren geschlossen, daher zumutbare Lautstärke.

ca. 21:15 Kleine blonde Kellnerin beschimpfte mich, sofort diesen Krach zu unterbinden. Sie würden die Konzession verlieren und der Krach wäre keinem zumutbar.

ca.. 21:20 Wieder kleine blonde Kellnerin, diesmal leicht hysterisch:

Die Musik wäre immer noch zu laut sei und die Statik der Scheune dafür nicht ausgelegt sei und bereits durch solche Bands Risse in den Wänden wären und wir sofort aufhören müssten es könnte die Scheune zusammenbrechen durch die lauten Bässe. Auf meine Frage wer eine Party-Scheune baut wenn diese zusammenbricht, erwiderte die Kellnerin, dass ihr Mann Zimmermann wäre und zwar ein guter und diese Scheune selbst gebaut hätte.

21:30 Uhr Band hörte auf zu spielen, (nach insges. ca. 5 Liedern) da Vermieterin gedroht hat, entweder wäre jetzt Ruhe oder der Strom würde abgestellt und mit Polizei wurde gedroht. Vermieterin machte von ihrem Hausrecht Gebrauch. Um Ihre Anlage gegen Defekt zu schützen bei einer plötzlichen Stromabschaltung, sah sich die Band gezwungen den Auftritt zu beenden.

Meine niedergeschriebenen Erinnerungen sind noch vergleichsweise harmlos im Gegensatz zu dem was unsere Gäste erlebten oder soll ich besser ertragen sagen?

ACT III

Nachdem unsere Gäste sich über diesen ungeheuerlichen Vorfall untereinander unterhielten, hat auch die kleine blonde Kellnerin weiterhin ein sehr engagiertes Auftreten und wuchs über sich hinaus. Sie mischte sich in die Gespräche der Gäste ein, indem sie ihnen den Vertrag unter diese Nase und zwang sie zu einer Stellungnahme, daß sie im Recht wären und man beide Seiten hören müsste, außerdem wäre das der Vertrag den das Brautpaar unterschrieben hätte.

Erstaunlicherweise war der Vertrag genau an der Stelle mit Textmarker markiert, um die es ging.

Die kleine Kellnerin bemühte sich jedenfalls in einer vorbildlichen Weise weiter um die Gäste und heizte die Stimmung ein.

Es gab noch mehrere Zwischenfälle in der Art mit unseren Gästen.

Die Teamfähigkeit der Vermieterin und Angestellten war in jedem Fall vorbildlich und sollte hier auf jeden Fall herausgehoben und noch einmal erwähnt werden.

Mit ihrem gut geschulten Personal hat sie die Stimmung zum Kochen gebracht.

Kurz vor 1:00 Uhr machten wir uns auf den Nachhauseweg, damit wir ab 1:00 Uhr den unverschämten Nachtzuschlag von Euro 100,- nicht auch noch zahlen müssen.

Heiter ging es bei uns bis in den frühen Morgen weiter.........

Wer jetzt denkt, das war schon alles..... mitnichten ...jetzt geht´s erst los.........

Act IV

Montags machten wir uns auf, um für diesen erlebnisreichen Abend zu bezahlen.

Nur die kurze Darbietung unserer Band und der eigenmächtige freundliche Hinauswurf und der daraus resultierende Vertragsbruch, konnte so nicht hingenommen werden. Wir unterbreiteten unserer Vermieterin das faire Angebot, die Rechnung um Euro xxx,- zu kürzen, die Hälfte der Bandkosten und Schwamm drüber. Leider hatten wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Getreu dem Motto: Wer Streit sucht bekommt ihn auch...

O-Ton Vermieterin: "Entweder zahlen sie alles oder nichts." Wir stimmten begeistert zu, doch ein guter Kern unter der rauen Schale. Tja , so war es doch nicht gemeint. Die Gute ließ keine Teilzahlung zu und rief noch ihren Anwalt an. Der Anwalt bestätigte ihr angeblich, daß wir alles SOFORT zahlen müssen!

Wir damit nicht einverstanden, wollten unseren eigenen Anwalt dazu befragen. Nochmal die Kohle angeboten, wieder nix. Da sich uns dort keine Übernachtungsmöglichkeiten boten und wir unser Geld an dieser Stelle offensichtlich nicht los wurden, verabschiedeten wir uns.

Noch gab es aber kein Entkommen, der Mann der Vermieterin mischte sich ein und blaffte uns an: "Mit dieser Art von Musik könnten Sie ins Exit oder in die Cobra gehen aber nicht bei uns, wir sind schließlich keine Disco." Unser zaghafter Einwand auf den unterschriebenen Nutzungsvertrag einer Partyscheune und Veranstaltungsauftrag wurde abgewiegelt mit dem überaus sinnigen Hinweis: "Das interessiert uns nicht, sie sind Gäste und wir sind ausschließlich ein Restaurant und als Gäste haben sie sich auch zu Benehmen"

Leider haben WIR in diesem wie auch in anderen Momenten vergessen, daß WIR KUNDE sind und uns auf unserer eigenen HOCHZEITSFEIER befanden und nicht Dienstleister, aber ......Dank der guten Erziehung und Kinderstube, die wir in jungen Jahren genossen haben, eskalierte zu keinem Zeitpunkt die Stimmung

Wir wieder unseren Good Will gezeigt und noch mal den Teilzahlungsbetrag angeboten. Doch auch diesmal lehnte man entrüstet ab.

Gut wer nicht will der hat schon.. , wir zogen mit reichlich Bargeld in der Tasche ab.

Act V

Natürlich war für uns die Sache noch nicht gegessen, deshalb schickten wir per Einschreiben unsere Bereitschaft zu zahlen an unsere nette Gastgeberin.

Sicher ist sicher.

Act VI

In der verfixten 7. Woche erhielten wir von dem hiesigen Amtsgericht eine Klage ins Haus wegen "Zechprellerei"

Diesen Tag werden wir und unsere Gäste wirklich nie vergessen!!

Act VII

Gerichtsverhandlung 15.12.03!!

To be continued....................................

ACT VII

Und hier die schon lang geforderte Geschichte, was noch geschah... .

Die Gerichtsverhandlung gestaltete sich äußerst amüsant.

Erst bemerkte der Richter, daß er gerne Zeugen zu der Verhandlung eingeladen hätte, dies aber nicht gegangen wäre, da die Kläger!!!(also die Gegenseite) eine Fristverlängerung beantragt hätten und damit die Einladungen an die Zeugen zu kurzfristig versendet worden wären.

Hintergrund: Der Gegenseite gingen für eine Klagebegründung wohl die Argumente aus und warteten schlauerweise erst ab, bis wir fristgerecht unsere Darstellung eingereicht hatten. Daraufhin wurde eine Klage verfaßt, 7 Seiten!!! die sich gewaschen hatte, Beleidigungen, Unterstellungen, wie bei einer amerikanischen Gerichtsverhandlung. Leider befanden wir uns in Deutschland.

Der Richter ging auch auf die ursprüngliche Klage, daß wir von Anfang an geplant hatten nie zu zahlen, gar nicht ein. Auch die Zweifel, welche die Gegenseite anmeldete, daß die Rechnung/Quittung nicht stimmen würde, wurde vom Richter abgewunken.

Es geht doch nix über faire Richter!!!! Der Richter sah über die 7 Seiten Geschwafel hinweg und beschränkte sich auf das Wesentliche.

Nachdem wir bereits im Vorfeld den nun wirklich kompromißbereiten ehemaligen Gastgebern , die Bandkosten komplett in Rechnung gestellte haben, einigte sich der Richter in einem Vergleich mit uns, daß wir uns die Kosten teilen. Fifty-Fifty man kann auch sagen Halbe / Halbe.?? Mitgerechnet?? Das war natürlich genau der ursprüngliche Betrag den wir der Gegenseite zur außergerichtlichen Einigung angeboten haben(siehe ACT IV!) . Schön, daß sich deshalb ein deutsches Gericht mit diesem Schwachsinn auseinandersetzten mußte. Ich habe es mir natürlich nach diesem Vergleich nicht nehmen lassen, die Gegenseite darauf aufmerksam zu machen "Das hätten sie bereits früher haben können!" Ob man den Sinn meiner Worte auch verstanden hat......